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Die Workshops brachten  verschiedenste Talente zum Vorschein.

“Die sollen lernen und nicht spielen!”

In der Auffahrtswoche fand im Schulhaus Kirchenfeld ein stufenübergreifendes Projekt statt. Alle Schulklassen und auch der Kindergarten Neumühle waren Teil des Projekts. Im Fokus stand das gemeinsame Spielen.

«Die sollen lernen und nicht spielen!» könnte man im ersten Moment denken, wenn man hört, dass ein ganzes Schulhaus drei Tage nur mit Spielen beschäftigt ist. Was soll das bringen, was sollen die Kinder dabei lernen?

Die Vorbereitungen für das Projekt begannen schon früh, mussten doch fast 100 Kinder auf die Workshop- Angebote aufgeteilt werden. Pro Halbtag konnten die Kinder zwei verschiedene Angebote ausprobieren. Zur Auswahl standen: Kinder-Schach, Kugelbahn bauen, verschiedene Brettspiele, Jassen, Roboter programmieren, Freispiel im Kindergarten und Angebote zum Thema Zirkus. Zudem besuchten einige Klassen den Spielweg in St. Gallen.

Wie kam es zu diesem Projekt?
Jacline Widmer, Co-Schulleiterin, erzählt: «Die Idee kam aus dem Team. Weil gemeinsames Spielen so wichtig ist und viele Lernmöglichkeiten bietet, wollten wir den Kindern wieder einmal Gelegenheit dazu geben. Gerade auch Kinder, die in den Leistungsfächern nicht immer brillieren können, haben beim Spielen Gelegenheit, Schule und ihre Gspänli anders zu erleben und anders erlebt zu werden. Das altersdurchmischte Lernen sehen wir als etwas sehr wertvolles, weil die Kinder voneinander profitieren können und die grösseren sich auch in der Rolle der Helfenden erleben können.»

Natürlich ging es auch darum, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, das Wir-Gefühl zu betonen, was auch im gemeinsamen Singen des «Kirchenfeld-Songs» zum Ausdruck kam. Das Projekt ermöglichte den Kindern stufenübergreifenden Kontakt, was sich wiederum positiv auf das Sozialverhalten der Kinder auswirkt, denn wen man kennt, auf den achtet man in der Regel auch.

Wie erlebten die Lehrpersonen die Projekt-Tage?
Erstaunlich war, wie unbefangen die jüngeren Kinder auf die älteren Kinder zugingen. Intuitiv übernahmen einige grosse die Rolle der Betreuenden für die kleineren Kinder. Viele Schülerinnen und Schüler genossen es, wieder einmal in den Kindergarten zu kommen, um dort zu Spielen. Was auch verblüffte war, wie viele Talente bei den Zirkus-Workshops zum Vorschein kamen. Da gab es Kinder, die zeigten den Spagat, bauten menschliche Pyramiden usw. Es ist wichtig zu erleben, dass es neben der Schule noch andere Fähigkeiten und Talente gibt.

Das Gefühl des Miteinanders ist eindeutig stärker geworden. So ist zu hoffen, dass die Kinder achtsamer miteinander umgehen. Natürlich ist das soziale Miteinander so nicht einfach abgehakt. Es bedarf immer wieder neuer Impulse. Immer wieder müssen Akzente gesetzt werden.

Lehrerin Claudia Brändle meinte: «Es war spannend die Schülerinnen und Schüler, von denen ich bisher nur die Gesichter kannte, besser kennen lernen zu dürfen. Die älteren Kinder haben sich um die jüngeren gekümmert, ohne dass sie darauf aufmerksam gemacht werden mussten.»

Julia Wildhaber sagte: «Meiner Meinung nach hat es das Gefühl des Zusammengehörens sehr gestärkt! Vor allem das Strahlen der Kinderaugen ist mir geblieben und ich denke, dass alle, Gross und Klein, sehr von den Projekt-Tagen profitieren konnten. Es hat Spass gemacht.»

Aussagen der Kinder

«Es war cool, dass die älteren Kinder den jüngeren helfen konnten.»
«Ich fand es cool, dass die Gruppen immer neu gemischt wurden. So konnte ich mit vielen anderen Kindern spielen.»
«Ich fand nicht so toll, dass die Kindergärtler bei der Kügelibahn nicht mitgeholfen haben. Wir mussten alles selber machen.»
«Ich habe gestaunt, wie viel Kindergartenkinder schon wissen und was sie uns alles zeigen konnten.»
«Es war super, dass wir keine Husi hatten.»
«Es war einfach einmal anders.»
«Es war mega guet! Wir konnten einfach einmal spielen!»
«Blöd war, dass die älteren Kinder immer meinten, dass sie alles besser wissen.»

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