Die Kuh macht muh

Die Kuh macht muh…

…das weiss wohl jedes Kindergarten-Kind. Doch was hat ein Computer mit dem Melken von Kühen zu tun? Warum braucht es Bienen für die Befruchtung von Äpfeln? Was ist der Unterschied zwischen Tafelobst und Mostäpfeln? Dies und noch mehr können Kindergarten- oder Schulklassen bei einem Besuch auf dem Bauernhof der Familie Hürlimann erleben.

Raus auf dem Schulzimmer
Echte Begegnungen mit Tier und Mensch war das Ziel meines Besuchs auf dem Bauernhof von Hürlimanns. «Do muemer mindeschtens 2.5 Stund defür irächne», meint Silvia Hürlimann am Telefon. Ich kann mir es erst gar nicht vorstellen, dass die kleinen Kindergärtler es schaffen, so lange zuzuhören und aufzupassen. Doch die Kinder können praktisch mitarbeiten und der Vormittag ist so abwechslungsreich gestaltet, dass es keinem Kind langweilig wird.

SchuB
Der Bauernverband lancierte vor einigen Jahren das Projekt «Schule auf dem Bauernhof» (SchuB), um die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken und einen lebensnahen und praktischen Einblick in die Welt von Bäuerinnen und Bauern zu ermöglichen (www.bauern-sg.ch)

Silvia Hürlimann dazu: «Vor etwa 8 oder 9 Jahren war ein SchuB-Grundkurs des Bauernverbandes ausgeschrieben. Diesen Kurs habe ich besucht und seitdem bieten wir Schule auf dem Bauernhof an. Uns ist es wichtig, der Bevölkerung die Landwirtschaft näher zu bringen und somit auch den Kindern.»

Ohne Bienen keine Äpfel
«Ich ha scho e Chue gseh, wo usem Stall useluegt», ruft ein Kindergärtler aufgeregt. Die Vorfreude und die Aufregung sind bei den Kindern definitiv grösser, als wenn ich im Kindergarten ein Buch zum Thema Bauernhof zeige. Hier erleben die Kinder das Thema hautnah. Zum Beispiel, wie einem die Bienen um den Kopf fliegen. «D’Biene machet de Honig, das isch s wichtigscht», weiss ein Kind. «No wichtiger find i, dass d’Biene helfet, dass es zum Bispiel Öpfel git a de Bäum», erklärt Silvia Hürlimann. Viele erstaunte Gesichter… Die Bäuerin erklärt dann die Bestäubung der Blüten durch die Bienen. Ein Kind und auch der Lehrer müssen dann einen Imkeranzug anziehen, was für viele Lacher sorgt.

Apfelsaft, selber gemacht
«Jetzt gönd mir go Öpfel sammle, damit mir nochher Saft chönd mache», kündigt Silvia Hürlimann an. Die Kinder streifen durchs Gras und suchen eifrig nach
Äpfeln. «Iiih, bi dem hets en Schnegg dra, dä nemed mer glaub nöd», ruft ein Kindergärtler. Das Arbeiten mit der Saftpresse ist anstrengend. Mit voller Kraft drehen zwei Kinder an der Kurbel. Der frische Saft schmeckt so süss, man kann gar nicht genug davon bekommen.

Melken mit dem Computer
Im Kuhstall dürfen alle an den verschiedenen Futtermitteln riechen, probieren und rätseln, was es genau sein könnte. Und alle sind erstaunt, dass ein Computer jede Kuh erkennen kann, wenn sie zum Melken kommt. Jedes Kind darf auch selber Hand anlegen und versuchen, etwas Milch aus der Zitze zu drücken.

Was emotional berührt, bleibt länger im Gedächtnis. Und so haben die Kinder an diesem Morgen sehr viel gelernt. Und eindrücklich, wie engagiert und mit wieviel Herzblut Silvia Hürlimann ihren Bauernhof präsentierte.

Jakob Naef
jakob.naef@schulegoldach.ch

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