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Die Walo Bertschinger AG Ostschweiz betreibt in Goldach eine ökologische Neuheit

Auf dem grössten Firmengelände im Industriegebiet Thannäcker hat die Walo Bertschinger AG Ostschweiz ihren Standort. Hier findet sich eine ökologische Neuheit in der weiteren Region. Teil 4 der Serie über das Industriegebiet.

Ein alter, beinahe antik anmutender Seilbagger ragt auf einer Mauer in die Höhe. Er ist die letzte Erinnerung daran, dass hier auf dem Areal im Schuppis einst die Gerschwiler AG beheimatet war. Diese gibt es heute nicht mehr. Vor gut einem Jahr fusionierten die Gerschwiler AG, die Gleisag und die Walo Bertschinger AG Wittenbach zur Walo Bertschinger AG Ostschweiz. Ein grosser Betrieb, der Platz benötigt. Platz, den das Industriegebiet Thannäcker bietet.

Es hat sich viel getan, seit Spartenleiter Matthias Züst im Jahre 2007 mit den Planungen für das Areal begonnen hatte. Der Abschluss des Projekts ist nah. Die Neubauten wurden mittlerweile bezogen, auf dem Parkdeck stehen die ersten Autos. Die neue Strasse führt nun quer durch das Areal. 50’000 Quadratmeter umfasst das Gelände der Walo Bertschinger AG Ostschweiz in Goldach. Es ist das grösste Firmenareal im neu erschlossenen Industriegebiet Thannäcker. Den Hauptteil davon nutzt die Firma für ihre Sparten Kies und Transport. Daneben finden sich Büros, eine Werkstatt, eine Schlosserei und eine Zimmerei.

Das Unternehmen beschäftigt zwischen 430 und 450 Angestellte. Befürchtungen, dass es zu einem riesigen Verkehrschaos kommen könnte, weil diese nun alle frühmorgens durch die Gemeinde fahren, kann Matthias Züst abwinken. Lediglich ein Drittel der Belegschaft ist in Goldach vor Ort, sagt er. Zwei Drittel der Angestellten arbeiten ausserhalb, auf den Baustellen.

Eine einzigartige, ökologische Waschanlage

Was die Walo Bertschinger AG Ostschweiz hier aus dem Boden gestampft hat, beeindruckt nicht nur wegen der Grösse und durchdachten Organisation des Betriebs. Sondern vor allem auch durch nachhaltige Innovationen.

«Wir sind uns unserer ökologischen Verantwortung bewusst.»

Matthias Züst

Sie will auch dem Image, in der Baubranche würde man «einfach alles zubetonieren», entgegenwirken. Als Ersatz für das einstige Kieswerk hat die Firma auf dem Areal eine Neuheit in der weiteren Region in Betrieb genommen: eine Schotter- und Aushubwaschanlage, die auf ökologische Weise Kies produziert.

Das funktioniert so: Fällt beispielsweise bei Gleisarbeiten der SBB Schotter an, wird dieser auf kürzesten Wegen nach Goldach transportiert. Die Anlage sortiert und wäscht den verschmutzten Aushub. Anschliessend produziert sie daraus neuen Kies, 200 Tonnen pro Stunde in 12 verschiedenen Sorten. Und ebendieser neue Kies kann wiederum verbaut werden. Dafür ist eine der grössten Filterkammerpressen Europas im Einsatz. Der Strom für den Betrieb kommt von der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die Kläranlage vor Ort reinigt das Wasser. Damit hat Walo Bertschinger nicht nur in einen geschlossenen Recycling-Kreislauf investiert, die Firma leistet auch einen Beitrag zur Lösung des Problems einer fehlenden Deponie in der Region. Die Pilotanlage trifft denn auch einen Nerv:

«Die Nachfrage ist so gross, dass wir nicht mehr hinterherkommen.»

Matthias Züst

Darauf ist man stolz. LKW um LKW liefert Material in Goldach an.

Zu Fuss zum Weiher

Die Anlage und andere Bereiche des Firmenareals hätte Matthias Züst der Bevölkerung sehr gerne an einem Tag der offenen Tür im Sommer präsentiert. Corona macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Es wäre ein gelungener Abschied gewesen für ihn, den Planer dieses Areals, der Ende des Jahres in Pension geht und beim Gedanken daran etwas wehmütig wird. Aber auch ohne grosses Fest wird Matthias Züst der Öffentlichkeit etwas hinterlassen. Den Weiher im hinteren Teil des Firmenareals hat er mit persönlichem Einsatz gerettet – nicht nur für das Unternehmen. Dank eines neuen öffentlichen Wegs kann künftig jede und jeder bis zum Weiher spazieren. Fehlt nur noch ein Badesteg – vielleicht aus recyceltem Schotter.

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