Goldachpark

“Goldachpark” und ein bisschen Spektakel

Ein umgelegter Bachlauf, die Integration des Stadttheater-Provisoriums und ein spektakulärer Verbindungsweg ins Naherholungsgebiet Kellen: Der “Goldachpark” soll als Abschluss des Gesamtprojektes Zentrumsentwicklung ein weiteres, grosses Ausrufezeichen setzen.

Es bleibt das wohl umfangreichste und aufwändigste Gemeindeprojekt in Goldachs Geschichte. Der Gemeinderat verfolgte mit der Zentrumsentwicklung hohe Ziele. Unter dem Slogan “Starkes Zentrum, lebendiges Dorf” vereinigte er verschiedene Teilprojekte zu einem grossen und koordinierten Ganzen:

  • Verlängerung Mühlegutstrasse mit SBB-Unterführung
  • Neugestaltung Hauptstrasse
  • Sanierung Dorfbach von der Wuhrstrasse bis zum Rathauskreisel
  • Neugestaltung Blumenstrasse
  • Neugestaltung Schulstrasse mit Freilegung Dorfbach
  • Bushof beim Bahnhof
  • Überbauung Mühlegut
  • Zentrumsüberbauung Schäfli
  • “Goldachpark”


Die meisten Teilprojekte sind in der Zwischenzeit abgeschlossen oder in Bau. Für die Hauptstrasse läuft ein Rechtsmittelverfahren und bei der Überbauung Mühlegut der Ortsgemeinde liegt der Sondernutzungsplan beim kantonalen Baudepartement zur Vorprüfung. In Vorbereitung ist zudem die öffentliche Auflage der Dorfbachsanierung.

Und nun soll der Goldachpark als letztes Vorhaben einen glanzvollen Schlusspunkt unter die Zentrumsentwicklung setzen. Das ist auf jeden Fall die Meinung des Gemeinderates.

Kultur, Natur, Erholung

In einem separaten Artikel informiert der Gemeinderat über seine Absicht, das Stadttheater-Provisorium nach Goldach zu holen und im “Goldachpark” als regionales Kulturzentrum professionell zu betreiben. Ob diese Vorhaben gelingt, liegt zum einen am Kanton, welcher der Gemeinde Goldach den Zuschlag für die Übernahme des Gebäudes erteilen muss, und zum anderen an den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern. Sie werden – sollte die Wahl auf Goldach fallen – an der Urne über dieses Projekt befinden können.

Bei der Umlegung und Neugestaltung des Katzenbächlis steht die Natur im Vordergrund. Heute fliesst es nach der Unterführung dem Dammweg entlang und unter dem Sportplatz hindurch in die Goldach. Neu soll der Bach entlang der Zonengrenze als offenes Gewässer naturnah gestaltet und aufgewertet werden und einen Beitrag zu Artenvielfalt und Biodiversität leisten.

Der Erholung schliesslich dienen verschiedene neue Fusswege, die das Katzenbächli begleiten und den Goldachpark mit dem Dorfzentrum und auch mit dem Naherholungsgebiet Kellen verbinden.

Und das Spektakel?

Das Spektakel liegt – ganz unerwartet und einmal abgesehen vom angestrebten Kulturzentrum – im neuen Fussweg über die Goldach. Die Topographie macht die Planung anspruchsvoll. Ab der ehemaligen Verladestation der Bruggmühle fällt das Gelände nämlich stark ab, unangenehm für Fussgänger und kaum zu bewältigen für Velofahrer. Es entstand deshalb die Idee, die neue Verbindung als Hochweg zu führen, quasi eine lange, gleichmässig abfallende Brücke von der Geländekante bis zum Widerlager der alten Staatsstrassenbrücke auf der anderen Seite der Goldach. Es entstünde, etwas überspitzt formuliert, ein kleiner Baumwipfelpfad, bis zu fünf Meter über dem gewachsenen Terrain. Auf diese Weise könnte der Weg Velofahrern und Fussgängern dienen. Um die Goldach zu queren würde in einem leichten Bogen ein 45 Meter langer Schrägseilsteg den Fluss überspannen. Ein weiteres, imposantes Bauwerk.

Es entstünde eine überaus attraktive Langsamverkehrsverbindung vom Dorfzentrum zu den Sport- und Erholungsanlagen sowie zum Begegnungsplatz, abseits des motorisierten Verkehrs und ohne die Notwendigkeit, die stark befahrene St.Gallerstrasse zu überqueren. Davon könnten weite Teil des Dorfes profitieren.

Auf Kantons- und Bundesbeiträge angewiesen

Was spektakulär tönt, ist oft auch nicht ganz billig. Das bestätigt sich auch im vorliegenden Fall. Die Umlegung und Neugestaltung des Katzenbächlis ist mit 1,27 Mio. Franken veranschlagt. Bachoffenlegungen werden aber sowohl von Bund als auch Kanton stark unterstützt. Der begleitende Uferweg mit kleinen Brücken und Stegen dürfte rund 410’000 Franken kosten. Hauptposition ist jedoch der Hochweg mit der Flussüberquerung. Hier ist mit Kosten von 3,26 Mio. Franken zu rechnen. Allerdings hofft der Gemeinderat auch für dieses Projekt auf namhafte Staatsbeiträge. Dasselbe gilt für die Verbindung vom Hochweg bis ins Dorfzentrum, welche mit 700’000 Franken zu Buche schlägt.

In einem nächsten Schritt wird der Gemeinderat nun klären, mit welchen konkreten Subventionen die Gemeinde rechnen darf. Anschliessend gilt es, die Projekte zu verfeinern, sodass sie – im optimalen Fall – der Bürgerschaft zum Entscheid vorgelegt werden können.

Weiter stehen nun die Gespräche mit den Grundeigentümern an. Einerseits ist die Ortsgemeinde betroffen. Von ihr benötigt die Gemeinde Land sowohl für die Offenlegung des Katzenbächlis als auch für die neuen Wegverbindungen. Es zeichnet sich aber ab, dass die Verhandlungen mit einem flächengleichen Landabtausch geregelt werden können. Zudem ist im Bereich des Goldachufers ein weiterer privater Grundeigentümer tangiert. Mit ihm wird der Gemeinderat das Gespräch suchen, um eine gute Lösung zu finden.

Der Gemeinderat freut sich auf die weitere Bearbeitung dieses letzten Teilprojektes der Zentrumsentwicklung.

Goldachpark mit Stadttheater-Provisorium im Dreispitz, umgelegtem Katzenbächli und neuer Verbindung vom Dorfzentrum ins Naherholungsgebiet Kellen.

7 Antworten

  1. Noch etwas. Die Frage zur Blechfassade (Theaterprofisorium) sollte heute kaum mehr gestellt werden müssen. Wie beim Seewasserpumpwerk sollten Fotovoltaikelemente auch bei Fassaden zum Standard werden.

  2. Wirklich super Idee. Würde ich sofort zustimmen. Bis das wegen den obligaten Einsprachen so weit ist, wird jedoch leider noch sehr viel Zeit vergehen

  3. Kulturzentrum Goldach
    Das angebotene “Geschenk” kostet (Demontage, Transport, Aufbau) ca. 2.75 Mio Franken. Gemäss Schätzung des Gemeinderates kommen noch Kosten für notwendige Anpassungen dazu, was schliesslich Totalkosten von ca. 8 Mio Franken verursachen wird. Das ist für Goldach einfach zuviel des Guten. Kulturelle Anlässe können in Goldach (Wartegg-Halle / Aula) und in Rorschach (Würth-Saal / Stadthofsaal) in dafür gut ausgerüsteten Sälen abgehalten werden.

    1. Dem Gemeinderat geht es nicht einzig darum, die aktuellen Bedürfnisse, beispielsweise der Goldacher Vereine, abzudecken. Dafür besteht in der Region tatsächlich genügend Infrastruktur. Das Stadttheater-Provisorium soll viele zusätzliche Anlässe nach Goldach bringen und so das kulturelle Leben für die ganzen Region bereichern. Das bedingt eine professionelle Bewirtschaftung des neuen Angebotes. Die Vereine alleine könnten dieses nicht mit Leben füllen. Ob das Potenzial dafür vorhanden ist, müssten die zusätzlichen Abklärungen zeigen, die der Gemeinderat nach einer positiven Grundsatzabstimmung starten würde. Es geht also um die Frage, wie sich die Goldacherinnen und Goldacher zu einem regionalen Kulturzentrum stellen. Bei der Zu- und Wegzügerbefragung hat Goldach in diesem Bereich am schlechtesten abgeschnitten.

  4. Finde die Idee gut. Es wäre auch wünschenswert den Bachlaufweg vom Goldacher Ufer vom See bis hinauf zum Schupisweier hinauf natürlicher zu machen. Die Industrie die da sind sollte n auch etwas für die Nachhaltigkeit tun. Der neue Weg da zwischen der neuen Fabrik und der Kieswerke ist nicht gerade einladend. Alles nur Schottersteine statt ausgesäte Wisenblumen. Der Bach dort ist sehr verdreckt und schlammig. Da sollte man einwenig näher hinschauen.

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