Umfahrung Goldach

Gut Ding will Weile haben

Am 2. November konnte die Gemeinde den Versuchsbetrieb für das neue Verkehrsregime im Dorfzentrum starten. Die ersten Erfahrungen zeigen: Viele Autofahrende müssen sich noch an die neue Verkehrsführung gewöhnen.

Eineinhalb Jahre sind seit dem Spatenstich für die Verlängerung der Mühlegutstrasse mit SBB-Unterführung verstrichen. Die Arbeiten an der Umfahrungslösung sind nun soweit fortgeschritten, dass die neuen Anlagen – vorerst in einem Versuchsbetrieb – für den Verkehr freigegeben werden konnten. Das neue Verkehrsregime soll den Stau vor der geschlossenen Barriere minimieren und die Durchfahrtszeiten durchs Gold-acher Dorfzentrum deutlich reduzieren.

System funktioniert
Das Wichtigste vorweg: Das System besteht den Praxistest. Die Wechselsignale, welche auf den Zufahrtsachsen zum Dorfzentrum anzeigen, ob die Barriere offen oder geschlossen ist und welcher Weg am schnellsten durch Goldach führt, funktionieren mit den notwendigen Vorlaufzeiten und die neuen Markierungen und Abbiegespuren beim Dorfplatzkreisel werden verstanden und befolgt. Soweit so gut.

Es zeigt sich aber auch, wie sehr der Mensch in seinen Gewohnheiten «gefangen» ist. Viele Autofahrende haben sich so an den Weg über die Barriere und die Wartezeiten gewöhnt, dass sie die neue Umfahrungslösung gar nicht wahrnehmen und die Wechselsignale trotz ihrer Grösse nicht beachten. Einige werden wohl noch immer schimpfend im Auto sitzen und sich über die geschossene Barriere ärgern, obwohl sie eigentlich freie Fahrt hätten.

Es braucht Zeit
Dieser Umstand kommt aber nicht überraschend, sondern bestätigt die Erfahrungen der Verkehrsplaner: Es braucht Wochen und manchmal auch Monate, bis Auto-fahrende ein neues Verkehrsregime verinnerlicht haben. Ganz nach dem Motto: Gut Ding will Weile haben. Entsprechend ist der Gemeinderat auch nicht besorgt. Er ist im Gegenteil mit dem Start des Versuchsbetriebes zufrieden, weil die Idee im Grundsatz funktioniert. An einigen Details wird er noch schrauben. Den Rest besorgt die Zeit.

Trotzdem möchte er an dieser Stelle nochmals auf den angestrebten Sollzustand hinweisen:
Frühzeitig vor einer Zugsdurchfahrt wechseln die Vorsignale auf den Zufahrtsachsen auf «Barriere geschlossen» und zeigen den Weg über die Umfahrung Mühlegut an. Ziel ist es nun, dass sämtliche Autofahrende, welche die Bahngleise queren wollen, diesen Weg nehmen, also auch im innerörtlichen Verkehr. Gerade bei den Zufahrten zum Dorfplatzkreisel hat es trotz separater Abbiegespur nur beschränkt Platz für wartende Autos. Wenn also zu viele Autofahrende das Warten vor der Barriere dem kleinen Umweg über die Mühlegutumfahrung vorziehen, blockieren sie die Durchfahrt für jene, welche auf die Transitspur wechseln wollen. Der Kreisel weist bei der Einfahrt von Untereggen und Rorschacherberg her zwei Spuren auf. Vorsicht ist geboten, wenn ein Postauto oder ein Lastwagen die innere Spur benutzt. In der engen Kurve schwenken die Fahrzeuge aus und können die äussere Spur tangieren. In diesen Fällen empfiehlt es sich, genügend Abstand zu halten. Und ganz wichtig: Im Kreisel oder auf den Transitspuren darf man bei geschlossener Barriere nicht halten.

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