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Keine Chance für Fälscher

Das Goldacher IT-Startup CollectID hat eine Technologie entwickelt, mit der man die Echtheit von Markenartikeln überprüfen kann. Darauf wurden nicht nur hiesige Fussballclubs aufmerksam.

Die besten Geschäftsideen kommen oft dann, wenn man selber vor einem Problem steht. Und: Es lösen will. So jedenfalls erging es David Geisser, als er sich Ende 2017 einen Sneaker aus Hongkong bestellte. Denn was Tage später per Post geliefert wurde, sah aus wie eine schlechte Fälschung. Den Onlineshop gab es zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr. Zurückschicken? Nicht möglich. So einen Fall muss man doch irgendwie verhindern können, dachte sich David Geisser. Es bräuchte eine Fälschungssicherheit für Konsumenten. Er kam auf die Blockchaintechnologie. Die Geschäftsidee war geboren.

Per App die Echtheit überprüfen

Vier Jahre später: David Geisser ist heute CEO seines Startups CollectID mit Sitz in Goldach. Das Unternehmen entwickelt mit Hilfe der Blockchaintechnologie Mikrochips, um die Echtheit von Markenartikeln wie beispielsweise Sneakern oder Sporttrikots zu überprüfen. Die Lösung ist die Kombination von NFC- und Blockchain-Technologie, die eine Verbindung zwischen dem physischen Produkt, dem digitalen Eigentumsrecht daran und dem rechtmässigen Eigentümer ermöglicht. Wer ein Produkt kauft, das mit dieser Technologie ausgestattet ist, lädt sich die CollectID-App herunter, scannt sein Produkt und sieht, ob es sich um eine Fälschung handelt oder nicht. So lässt sich die Ware auch sicher weiterverkaufen. Für die User ist der App-Download gratis. Das Geschäftsmodell des Startups: Entscheidet sich beispielsweise ein Fussballclub dafür, seine Produkte so zu sichern, zahlt er CollectID einen gewissen Betrag.

Ein Grossauftrag brachte Schub

Das Hauptgeschäftsfeld von CollectID ist Sportmerchandise, wie beispielsweise limitierte Fussballtrikots. Der zweite Bereich ist Mode; Uhren oder Designerhandtaschen. Das Startup hat Geisser Mitte 2018 mit drei Freunden als GmbH gegründet. Sie nahmen dafür ihr eigenes Geld in die Hand, auch für die Entwicklung. Anfangs konnten sie sich keine Löhne zahlen. Ein finanzielles Risiko. «Dieses Zugeständnis muss man als Gründer machen», sagt Geisser. «Wenn ich selber nicht 100 Prozent an meine Idee glaube und nicht wirklich alles dafür gebe – wieso sollte dann jemand anders darin investieren?»

Geisser glaubte daran und fand Investoren. Das zahlt sich aus. Unlängst konnte das Startup einen Grossauftrag für den brasilianischen Fussballclub Atlético Mineiro an Land ziehen. In 120’000 Trikots wurde die Technologie aus Goldach integriert. Das brachte dem Unternehmen einen Schub. Andere Clubs wurden auf das IT-Startup aufmerksam, nun ist man mit Grössen aus der Champions League und den USA im Gespräch. «Für uns war das ein wichtiger Meilenstein», sagt Geisser. Dennoch sei es zu früh, von einem Erfolg zu sprechen. Denn die Arbeit geht weiter. Das nächste Wachstumsziel: nach den Schweizer- und Bundesliga-Clubs noch mehr internationale Player aus dem Fussball ins Boot holen und daneben den Fashionbereich vorantreiben. In Goldach hat die Firma, die auch einen Standort in Zürich hat, ihren Hauptsitz. «Wir haben einen starken Bezug zur Ostschweiz. Ich bin hier aufgewachsen, deshalb habe ich hier am Wohnsitz meiner Eltern meine Firma gegründet», sagt Geisser, der an der HSG studiert hat. In der Ostschweiz gebe es grosses Innovationspotenzial, dieses müsse man nutzen. Nicht zuletzt, um Talente mit Ideen hier zu halten. «Wir sind ein gutes Team und davon überzeugt, dass wir an etwas Grossem dran sind.»

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