Neues vom Kaiser

La Vita è Bello

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Liebes Volk,

Sie denken sich jetzt vielleicht: “Moment. Ist da nicht ein Fehler im Titel?“ Nein, das ist durchaus gewollt, Sie werden sehen. Denn ich dachte mir, in diesen schwierigen Zeiten mit Naturkatastrophen, Pandemie und Krieg, schreib ich mal über etwas Lüpfiges, nämlich: Sterbende Hunde. Was?! Ja, aber bitte, bleiben Sie dran, es ist nicht schlimm. So ist das Leben! Denn wenn wir während der Pandemie etwas von all den selbsternannten Expert*innen gelernt haben, dann solche Schmalspurweisheiten wie: “Du hey, der Tod gehört zum Leben dazu.“ Und in diesem Falle hier stimmt es wenigstens: Der Tod unserer Hunde gehört zu unserem Leben dazu. Man muss der Wahrheit ins Auge schauen. Wir Menschen leben im Normalfall länger als unsere Hunde. Das wissen wir. Die Frage ist nur: Wissen die das auch? Ich glaube nicht! Denn wenn der Hund das wüsste, dann würde er doch nicht die ganze Zeit so faul herumliegen! 17-20 Stunden pro Tag schläft so ein Hund im Durchschnitt. Das heisst: Ein Hund, der 13 Jahre lebt und 17 Stunden pro Tag schläft, ist insgesamt nur vier Jahre lang wach. Das ist doch verrückt! Und wer weiss, vielleicht spüren das die Hunde ja doch, so unterbewusst. Darum pfeifen sie wahrscheinlich auch ständig auf alle Regeln des Anstandes. Was ich absolut verstehen kann. Wenn ich so wenig Zeit zum Leben hätte, würde ich auch mein eigenes Erbrochenes essen – einfach nur zum Zeit sparen! Seien Sie doch ehrlich. Wenn Sie wüssten, dass Sie nur 4 Jahre lang wach sind, würden Sie doch auch Ihr Geschäft irgendwo auf der Strasse verrichten, egal, wer zuschaut. Keine Zeit, auf die Toilette zu gehen, lebe den Moment, Chappie Diem, yolo, wir müssen weiter!

Darum zieht der Hund auch immer so an der Leine. Weil er so weit kommen will, wie’s nur geht, in der kurzen Zeit, die ihm noch bleibt. Und wenn du ihn dann im Wald von der Leine lässt, rennt er weit voraus, schaut ab und zu zurück, sieht fassungslos, wie du herumtrödelst, flanierst, auf den Boden schaust, irgendwann so ein Stöckchen aufhebst, ihm damit zuwinkst wie so ein Vollidiot und er denkt sich: “Was will jetzt der mit dem Stöckchen? Ich habe keine Zeit für sowas!“ Und dann kommt er, zieht an dem Stöckchen und knurrt: “Jetzt lass das blöde Stöckchen los!“, du findest das mega lustig, wirfst das Stöckchen – und bleibst stehen! Und dein Hund schaut dich ganz entgeistert an und denkt: “Was? Ist das dein Ernst? Ohne das Stöckchen läufst du nicht weiter, oder was? Ja dann hol ich dir halt das verdammte Stöckchen!“ Dann bringt er’s dir, du wirfst es gleich nochmal, er rastet fast aus, holt es dir wieder, legt es dir vor die Füsse und bellt: “Was!? Was!? Was!?“ Du interpretierst das aber wieder völlig falsch, wirfst das Stöckchen nochmal und das geht dann so lange hin und her, bis der Hund irgendwann das Stöckchen ins Maul nimmt und mitträgt, voilà: Er ist wütend, du findest es mega herzig – win win.

Wahrscheinlich spüren die Hunde das schon. Die Zeit. Und die Vergänglichkeit. In ihrem Innersten. Darum freuen die sich auch immer so, wenn sie draussen andere Hunde sehen. Wir sehen nur, wie sie sich gegenseitig anbellen, aber eigentlich rufen sie: “Hey! Sämmi! Geil! Du lebst noch!“

Und wenn dann dein Hund und du zurück nach Hause kommt, schaut er sich ganz irritiert um und denkt: „Moment. Moment! Von hier sind wir doch losgelaufen! Willst du mich eigentlich – ok. Ok! Ganz ruhig. Aber morgen gehen wir woanders hin, ja? Ich will die Welt sehen! Ich will reisen! Andere Kulturen, andere Gerüche… *gähn*“, und dann schläft er ein, wacht fünf Stunden später wieder auf und will sofort wieder raus. Und das völlig zu Recht!

Viele Menschen wünschen sich ja, dass sie mit ihren Hunden reden können. Ich nicht. Ja überlegen Sie sich das mal! Ihr Hund wird immer älter, aber Sie altern kaum, da wird der doch misstrauisch. Irgendwann kommt es unweigerlich zu diesem unangenehmen Gespräch, wenn Sie ihm sagen müssen:

“Hör zu, Lucky. Ähm. Irgendwie hab ich nie den richtigen Moment gefunden, dir das zu sagen, aber… ja, ähm… du stirbst vor mir.“

“Was!?“

“Ja, du wirst nur etwa… 13 Jahre alt.“

“13!? Und du hast das gewusst? Und du hast mich trotzdem “Lucky“ getauft?“

“Ja… sorry.“

“Krass. Ich muss ehrlich sagen, das ist grade ein ziemlicher Schock. Ich glaub, ich brauch kurz einen Moment für mich, ich muss mich ganz kurz hinlegen…“

Und zack: Wieder fünf Stunden verschlafen! Darum denken Sie daran! Unsere Zeit auf diesem Planeten ist ein kostbares Gut. Darum ist der Name des Hundes im obigen Beispiel eigentlich auch gar nicht so falsch. Wir alle haben wahnsinniges Glück: Nennen Sie ihren Hund ruhig “Lucky“. Das Leben ist kurz: Nennen Sie ihren Hund ruhig “Shorty“. (Nein, tun Sie das nicht.) Geben Sie Ihrem Hund einen tollen Namen, geben Sie ihm Liebe und Geborgenheit und geniessen Sie ihn. Denn das Leben ist schön. Oder wie es die Hunde sagen: La Vita è Bello.

Es grüsst Sie

Ihr Kaiser

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