Offen, wertschätzend und lernbereit

Offen, wertschätzend und lernbereit

Mitten in der Coronapandemie beginnt Rolf Deubelbeiss seine Arbeit als neuer Schulpräsident. Keine einfache Zeit. Wer ist der neue Schulpräsident und was ist ihm wichtig? Der Wellenbrecher konnte ein Gespräch mit ihm führen.

Wellenbrecher: Ich beginne das Interview ganz in Schawinski-Manier und frage: Rolf Deubelbeiss, wer bist du?

Rolf Deubelbeiss: Ich bin ein Mensch, der sich leidenschaftlich gern mit Bildung, Schule und Lernen auseinandersetzt. Woher kommt diese Leidenschaft für die Schule? Die Schule Goldach war bei uns zu Hause schon seit Kindesbeinen ein Thema. Mein Vater war hier 35 Jahre lang Lehrer. Nach einem Schulbesuch bei ihm entschied ich mich damals, selber Sek-Lehrer zu werden. Meine erste grössere Stellvertretung während des Studiums durfte ich dann um das Jahr 2000 herum in Goldach für Bernhard Krempl machen. Seit 2013 bin ich selber in der Schulbehörde von Goldach tätig. Zurzeit habe ich drei schulpflichtige Jungs in unserer Schule. Diese fasziniert mich einerseits fachlich, andererseits sind da viele positive Emotionen damit verbunden.

WB: Wie sah dein bisheriger beruflicher Werdegang aus?

RD: Nach der Wirtschaftsmatura entschied ich mich für das Seklehrer-Studium. Dann hängte ich gleich ein berufsbegleitendes Zweitstudium im Bereich Mediendidaktik an. Ab 2000 folgten Lehr- und Wanderjahre als Sekundarlehrer in Bazenheid und an der Sportschule Kreuzlingen sowie als Dozent an den Pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Zürich. Zwischenzeitlich absolvierte ich die Schulleitungsausbildung. Von 2010 bis 2014 leitete ich die Neue Medien AG in Romanshorn. Dabei handelt es sich um eine private Lehrfirma mit rund 100 Mediamatiker-Lernenden und einer integrierten BMS, welche im Auftrag des Kantons Thurgau betrieben wird. Von 2014 bis Ende 2020 war ich als Dozent und Studiengangsleiter für die Ausbildung der Sekundarlehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Thurgau verantwortlich.

WB: Um welche Themen dreht sich deine Arbeit im Moment hauptsächlich?

RD: Als Schulpräsident bin ich einerseits für alle schulischen Angebote zuständig. Aus meiner bisherigen Tätigkeit als Mitglied der Bildungskommission ist mir hier bereits vieles vertraut. Ich präsidiere aber als Gemeinderat auch die neu geschaffene Kommission Gesellschaft, welche sich mit den Themen «Kinder und Jugend», «Familie», «Integration» und «Alter» beschäftigt. In diesem Bereich gilt es beispielsweise, die neue Kommissionsarbeit aufzugleisen und bei den schulergänzenden Tagesstrukturen, welche sich im ersten Betriebsjahr befinden, weiter Aufbauarbeit zu leisten. Die Breite aller Themen und die gesamte Führungsspanne sind intensiv. Dazu kommt die Corona-Situation mit all den bekannten Auswirkungen.

WB: Was ist dir persönlich in deiner beruflichen Tätigkeit wichtig? Gibt es da gewisse Prinzipien?

RD: Mir sind Offenheit, Wertschätzung und Lernbereitschaft wichtig. Daran lasse ich mich messen. Und an diesen drei Werten messe ich auch Mitarbeitende oder Kolleginnen und Kollegen in Kommissionen, Arbeitsgruppen und Sitzungen. Offenheit bedeutet, dass verschiedene Perspektiven und konstruktive Kritik willkommen sind. Es bedeutet auch, dass unterschiedliche Rollen und Funktionen akzeptiert werden und dass sich nicht immer alle Perspektiven berücksichtigen lassen. Wertschätzung heisst für mich, dass man einen respektvollen Umgangston pflegt, keine Unterstellungen macht und Aussagen und Handlungen zunächst wohlwollend interpretiert. Dazu gehört auch das Einhalten von Dienstwegen. Unter Lernbereitschaft verstehe ich, dass Fehler als Lernchancen für die Zukunft gesehen werden.

WB: Wie sehen so deine privaten Seiten aus? Wo findest du deinen Ausgleich? 

RD: Ich bin wohl das, was man als «Seebueb» bezeichnet: Ich liebe es, die Zeit am, im und als Ruderer auf dem See zu verbringen. Der See ist für mich ein Kraftort. Ein weiterer ist meine Familie.

WB: Rolf Deubelbeiss, danke für das Gespräch und die besten Wünsche für deine Tätigkeit als Schulpräsident.

Zwei neue Mitglieder in der Bildungskommission

Seit 1. Januar 2021 ergänzen zwei neue Mitglieder die Bildungskommission:

Die Goldacherin Kathrin Hiltebrand ersetzt Rolf Deubelbeiss als externe Fachperson. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin mit langjähriger Erfahrung.

Die in Rorschacherberg wohnhafte Oberstufenlehrerin Claudia Heule vertritt in der neuen Amtsdauer die Anliegen der Lehrpersonen in der Bildungskommission.

Offen, wertschätzend und lernbereit
Zwei neue Mitglieder in der Bildungskommission

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dir auch gefallen...

Du bist gerade offline.