An der Frühjahrssession hat der Kantonsrat mit grosser Mehrheit seine Zustimmung zum Autobahnanschluss im Witen bzw. zur neuen Kantonsstrasse zum See erteilt. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Mit seiner Finanzierungszusage bestätigte der Kantonsrat die Wichtigkeit des Vorhabens und attestierte den bisherigen Planungen gleichzeitig eine hohe Qualität.
Das heutige Verkehrsregime in der Region am Bodensee ist ungenügend, die querenden Bahnlinien durch die Zentren von Rorschach und Goldach sind kantonsweit – in dieser Ausprägung – wohl einzigartig. Mit der Umfahrung im Mühlegut mit Unterführung konnte die Situation für Goldach verbessert werden, der Dorfkern wurde vom Verkehr entlastet. Diese Massnahme hat allerdings in erster Linie innerörtlichen Charakter, die grosse verkehrliche Entlastungswirkung für die Zentren von Goldach und Rorschach kann erst durch den Zubringer im Witen bzw. die neue Kantonsstrasse zum See erzielt werden. Durch die vorgesehene neue Erschliessung wird also nicht in erster Linie eine neue Strasse gebaut, sondern das gesamte Verkehrsregime neu organisiert. Das bedeutet mehr Lebensqualität, mehr Attraktivität und riesige Entwicklungschancen für die ganze Region.
Der Bund und der Kanton St. Gallen teilen diese Einschätzung und sind bereit, viel Geld für diese Infrastrukturprojekte bereitzustellen. Die «Grüne Partei» des Kantons St. Gallen hat indessen auf kantonaler Ebene bereits das Finanzreferendum angekündigt. Aus ideologischen Überlegungen kann eine neue Strasse nichts «Gutes» bringen. Eine solche Betrachtung widerspricht allerdings den Fakten und verkennt das enorme Potential des Vorhabens. Ausserdem hat sich die Region im Jahr 2019 anlässlich der Volksabstimmung klar hinter das Vorhaben gestellt. Diesen Willen gilt es zu respektieren. Kommt es tatsächlich zu einer Volksabstimmung, hoffen wir auf die Solidarität des ganzen Kantons für dieses zentrale und ungemein wichtige Projekt in der Region am See.