Zwischen Erwartungen und Möglichkeiten
Der Herbst ist in Gemeinde und Schule die Zeit der Planung: Budgets werden beraten, Prioritäten gesetzt, Projekte und Investitionen überprüft. In diesen Wochen zeigt sich, wie anspruchsvoll die Balance zwischen Erwartungen und Möglichkeiten geworden ist – gerade im Bildungsbereich. Denn die Aufgaben wachsen, während die finanziellen Spielräume kleiner werden.
In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Goldach um rund hundert Kinder auf aktuell 1’054 gestiegen. Für das kommende Schuljahr rechnen wir mit einer weiteren Zunahme. Dieses Wachstum ist erfreulich und Ausdruck der Attraktivität unserer Gemeinde, bringt aber auch Herausforderungen mit sich: zusätzlichen Schulraumbedarf, steigende Betriebskosten und zunehmenden Fachkräftemangel. Unsere Schülerschaft wird vielfältiger – sprachlich, kulturell und sozial – und verlangt differenzierte pädagogische Konzepte.
Der digitale Wandel verstärkt diesen Druck zusätzlich. Moderne Lernumgebungen, IT-Infrastruktur und digitale Kompetenzen sind längst Teil eines zeitgemässen Unterrichts. Sie eröffnen Chancen, bedeuten aber auch Investitionen in Geräte, Weiterbildung und technische Unterstützung.
Gleichzeitig überträgt der Kanton immer mehr Aufgaben und Kosten auf die Gemeinden, etwa bei sonderpädagogischen Massnahmen, Integrationsaufgaben oder Tagesstrukturen. Was früher kantonal finanziert wurde, liegt heute zunehmend in kommunaler Verantwortung. Das belastet die Budgets und verlangt sorgfältige Abwägungen, wie und wo Mittel eingesetzt werden.
Sorgfalt heisst für mich: genau hinschauen, Prioritäten setzen, Synergien nutzen – ohne die Substanz unserer Schule zu gefährden. Denn Qualität darf nicht unter kurzfristigem Spardruck leiden.
Eine starke, verlässliche Schule ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Gemeinschaftswerk. Sie verdient den Einsatz aller, die Bildung als das verstehen, was sie ist: die beste Investition in die Zukunft unserer Gemeinde.