Jeweils am Dienstagmorgen ist Waldtag im Kindergarten von Frau Widler. Bei jedem Wetter dürfen wir Waldluft schnuppern, so auch heute, an diesem frischen Februarmorgen. Zum Glück sind alle gut eingepackt und frieren höchstens an der Nasenspitze.
Auf dem Weg zum Wald beobachten wir drei Graureiher, welche geduldig auf der Wiese stehen und auf Beutetiere lauern. Wir staunen darüber, wie ruhig sie auf ihren Beinen stehen können und sich dabei fast nicht bewegen.
Angekommen im Wald, richten wir uns im Kreis ein und beginnen das Waldritual: Der Wald wird mit Liedern begrüsst und ein Kind macht den Boden- und Wetterbericht: Heute ist der Boden ganz hart und kalt, der Himmel blau, es hat keine Wolken und die Sonne scheint.
Auch ein erfundener «Lüügi-Bericht» darf nicht fehlen: Heute ist es so heiss, dass wir schwitzen und nachher unsere Füsse im Flüsschen baden können.
Nun spitzen wir unsere Ohren: Wir hören heute die Geräusche von der nahen Strasse sehr deutlich. Ist das, weil Wind die Geräusche genau in unsere Richtung trägt oder weil die Bäume im Winter keine Blätter tragen und so die Geräusche leichter zu uns fliegen können?
Und warum haben wir schon lange keine Weinbergschnecke mehr gesehen? Wo sind die Schnecken im Winter? Vielleicht wissen «unsere Zwerge» eine Antwort. In einem kleinen Theater spielen die Zwerge vor, warum die Weinbergschnecke im Winter ihr Gesicht versteckt. Wir erfahren, dass die Schnecke sich im Winter in den Boden oder ins Laub eingräbt, ihre Hausöffnung mit einem Kalkdeckel verschliesst und einen Winterschlaf hält.
Das Gehörte vertiefen wir in einem Spiel, in dem ein Kind zu einer versteckten Schnecke wird und alle anderen erraten müssen, welche Schnecke da ihr Gesicht versteckt hat.
Schon ist es Zeit für den Znüni. Alle haben etwas Feines im Znüniböxli dabei. Dazu gibt es eine heisse Buchstabensuppe für einen warmen Bauch und warme Finger.
Gestärkt und gewärmt geht es weiter im Programm: Wir haben Zeit für das freie Spiel. Einige Kinder stemmen gemeinsam einen grossen Holzstamm einen Hang hinauf – hier soll eine Burg entstehen. Andere Kinder halten selbstgebastelte Fischerruten in das Bächli. Ob heute einer anbeisst? Wieder andere basteln Zwerge und bauen für diese ein Häuschen mit Garten.
Viel zu schnell ist es Zeit den Nachhauseweg anzutreten. «Mer danket dir du guete Wald, du häsch üs spiele loh» – mit diesem Lied verabschieden wir uns vom Wald und freuen uns auf den nächsten Besuch.