Am 22. Oktober durfte ich an einer Podiumsdiskussion der Grünliberalen Partei (GLP) des Kantons St.Gallen teilnehmen. Zusammen mit Ruedi Blumer – den ich persönlich sehr schätze – führte ich die Klingen. Ruedi Blumer vertrat als Mitglied des Referendumskomitee die Haltung gegen das Projekt. Die GLP sprach sich im Anschluss für das Vorhaben aus, was mich persönlich sehr freute.
An diesem Podium wurde aber auch deutlich, dass die Argumentation der Gegner sehr «dünn» ist und sich auf Mobilitätsfragen allgemein beschränkt. Die Gleichung «Mehr Strassen gleich mehr Verkehr» wird mantrahaft wiederholt. Dabei geht es beim Projekt nicht primär um eine neue Strasse, im Vordergrund steht vielmehr eine Neuorganisation des Verkehrsregimes, welches die Zentren von Goldach und Rorschach entlastet, den Verkehr entflechtet und die Lebensqualität erheblich verbessert. Die aktuelle Situation mit den querenden Bahnschranken durch Rorschach und Goldach führt mittelfristig zu einem Verkehrskollaps, da sich die Schrankenschliesszeiten weiter ausdehnen werden. Grund hierfür ist der sinnvolle Ausbau des Bahnverkehrs. Folge davon bleiben indessen Stausituationen in den Dorfkernen mit Lärm und Emissionen. Unter diesen Auswirkungen leidet die Bevölkerung zunehmend.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist im Übrigen die Anbindung der Industrie und damit auch des Schwerverkehrs an die Autobahn, ohne dass diese 30-Tonnen Fahrzeuge quer durch die Zentren und an den Schulwegen vorbeifahren. Ein Sicherheitsaspekt, den die Gegner ausblenden und dabei ebenfalls komplett ausser Acht lassen, wie viele Begleitmassnahmen mit zusätzlichen Fuss- und Fahrradwegen (bzw. Unterführungen) dieses Projekt tatsächlich beinhaltet.
Schliesslich ist auch auf das Entwicklungspotential dieses Vorhabens hinzuweisen. Goldach und Rorschach werden die Möglichkeit für bauliche Entwicklungen erhalten, welche ein grosses Potential für die Zukunft beinhalten. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten braucht es diesen Innovations- und Entwickungsschub.
Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Bemerkung: Natürlich kann man aus grundsätzlichen oder ideologischen Überlegungen gegen dieses Projekt sein. Auch für Anstösser, welche von diesem Projekt persönlich betroffen sind, habe ich grosses Verständnis. Was mich aber stört, ist die zum Teil bewusste Falschinformation der Gegnerschaft. Dieses Projekt ist weder veraltet noch überholt. Es ist ein Projekt, welches ganz viel Qualität aufweist und viel mehr darstellt wie die Realisierung einer schlichten Strasse. Es ist ein Vorhaben, welches viel Lebensqualität für den Arbeitsort bzw. Wohn- und Lebensraum am Bodensee stiftet. Eine einmalige Chance also, die wir nicht versäumen dürfen. Und vielleicht sollten wir uns einmal zurückerinnern: Was wäre heute im Zentrum der Stadt St. Gallen los, wenn die Stadtautobahn in den 1980-er Jahren nicht gebaut worden wäre? Die Argumentation der Gegnerschaft gegen diese nicht mehr wegzudenkende Infrastruktur in der Stadt St. Gallen war indessen die Gleiche wie diejenige des Referendumskomitees gegen die Kantonsstrasse zum See.
In diesem Sinne: Sind wir mutig und machen einen wichtigen Schritt in die Zukunft.
2 Kommentare
Ich hoffe der Autobahnanschluss im Witen kommt ohne Probleme. Es ist ein mehrwert. Hoffe es wird gestoppt die Schmalenstrassen, Hindernisse usw. Nur Nachteile Co2° höher Reifenabrieb höher Sicherheit schlechter weil man näher am Randstein fahren muss LKW,Bus, Millitär usw.
Die Entlastung der Zentren von Rorschach und Goldach ist eines der obersten Ziele in der Verkehrspolitik der Region. Durch die Verkehrsentlastung öffnen sich viele neue Möglichkeiten der Stadt und Gemeinde, vor allem im Bereich Bau, Entwicklung und Lebensqualität der Region.
Die Zentrumsumfahrung und Lärmverlagerung im Mühlegut Goldach kann ja nur zeitlich seine Berechtigung haben, da die Bürgergemeinde Goldach grosse Überbauungen in diesem Gebiet plant.
Die neue uneingeschränkte Kantonsstrasse (keine Hindernisse und Tempo 30) vom See bis zur Autobahn A1 ist eine verkehrstechnische Notwendigkeit für die Region am See.
Damit die Seeregion noch stärker gegen den Kanton auftreten kann, wäre eine Gemeindereorganisation, politischer Zusammenschluss von Rorschach, Rorschacherberg, Goldach, Untereggen und Tübach zu prüfen.
(Na gut, früher wollte die Stadt Rorschach die Bergler nicht, heute wollen die Bergler die Stadt nicht.)