Als das Treffen für diesen Text Anfang September stattfindet, steckt die Führung des «La Vita» gerade mitten im Übergang. Der bisherige Leiter Tom Bättig arbeitet seinen Nachfolger Patrick Kohler während seiner letzten Arbeitstage in die Geschicke des Hauses ein, unterstützt von den weiteren Mitgliedern der Geschäftsleitung. «Wir fokussieren uns auf das Wesentliche», sagt Tom Bättig. «Die wichtigsten Dossiers und Prozesse, das Zusammenspiel in der Geschäftsleitung und die Frage, wie das La Vita tickt.»
Ein Treffpunkt, nicht nur für Bewohnende
Wie tickt das «La Vita»? Tom Bättig hat das Seniorenzentrum während fünf Jahren geprägt, nicht als Verwalter, sondern als jemand, der das Haus als lebendiges Unternehmen verstand. Seine Handschrift ist sichtbar. Er hat das «La Vita» modern und offen positioniert: Eine neue Webseite, ein abwechslungsreiches Aktivitätsprogramm für die Bewohnenden, ein Menüplan von Wurstsalat garniert bis Zanderfilet an Zitronensauce. Aus der Cafeteria wurde das «Kafi Breitä», ein Treffpunkt nicht nur für Bewohnende sondern auch für Gäste von ausserhalb, 365 Tage im Jahr geöffnet. Und: Er holte die Kinder des benachbarten Kindergartens Breiten ins Haus.
Führungserfahrung aus der Privatwirtschaft
«An diesem Miteinander wollen wir auch in Zukunft festhalten», sagt Patrick Kohler. Ausserdem will der neue Leiter die Prozesseffizienz weiterentwickeln. Dafür bringt er einen vielseitigen beruflichen Hintergrund mit. Der 54-Jährige lebt in Goldach und war zuletzt als Leiter Verkauf Gemeinden bei der Abraxas Informatik AG tätig. 2022 absolvierte er zudem den Executive Master of Business Administration in Digital Transformation. Neben Fachwissen hat Patrick Kohler vor allem langjährige Erfahrung in der Mitarbeiterführung. «Das ist im komplexen Alltag eines Seniorenzentrums genauso entscheidend wie in der Privatwirtschaft», sagt er. «Vor allem, weil in der Pflegebranche vieles in Bewegung ist.» Im Geschäftsleitungsmodell des «La Vita» sind die Bereiche Pflege, Infrastruktur, Hauswirtschaft, Verpflegung, Finanzen, Organisation, Administration sowie Marketing und Kommunikation personell vertreten. «Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.»
Steigende Nachfrage und höhere Ansprüche
Auf den neuen Geschäftsleiter warten Herausforderungen. Die Babyboomer-Generation erreicht das Alter, in dem Pflegebedürftigkeit zunimmt. Für Einrichtungen wie das «La Vita» bedeutet das steigende Nachfrage, höhere Ansprüche – und die Notwendigkeit, in Infrastruktur zu investieren. Parallel dazu hält die Digitalisierung auch im Pflegealltag Einzug. Elektronische Dossiers, mobile Pflegedokumentation und -information, technische Assistenzsysteme: Das klingt fortschrittlich, bedeutet in der Praxis aber auch erhöhte Aufwände für Schulungen und Koordination sowie zusätzliche Kosten. Solche Fragen lassen sich kaum alleine stemmen; sie verlangen nach regionaler Zusammenarbeit. Und dann ist da noch der Fachkräftemangel. Viele Institutionen kämpfen um jedes neue Teammitglied. Das «La Vita» hat hier eine vergleichsweise komfortable Lage: Das Seniorenzentrum gilt als attraktive Arbeitgeberin. «Wir haben regelmässig Bewerbungen bekommen», sagt Tom Bättig. Das «La Vita» bietet eine Pflege bis zur maximalen Pflegestufe 12, die Auslastung des Hauses liegt im Schnitt bei 99 Prozent.
Ruhestand? Noch nicht ganz
Während für Patrick Kohler ein neuer beruflicher Abschnitt beginnt, ist auch für Tom Bättig mit der Pensionierung nicht einfach Schluss. Trotz fünf Jahren täglichem Pendeln von Kloten nach Goldach hat er nicht genug vom Arbeiten. Im Gegenteil: In Südafrika wird er für vier Monate als Volunteer in einer Pflegeeinrichtung tätig sein. «Eine Rückkehr zu meinen beruflichen Wurzeln.» Danach wartet eine längere Segelreise.