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Wo es der Lehrling bis zum CEO schafft – Das Ostschweizer High-Tech Unternehmen Computechnic AG realisiert moderne Nachfolgelösung

Wie regelt man die Betriebsnachfolge, wenn man Arbeitsplätze, Firmenkultur und Kundenvertrauen erhalten will? Man verkauft die Firma den Mitarbeitenden. Die Computechnic AG, ein typisches Ostschweizer KMU, hat diesen Prozess im Juni erfolgreich absolviert.

Die Goldacher Firma für industrielle Hard- und Softwarelösungen kennen eigentlich nur Brancheninsider aus der Maschinenindustrie. Aber ohne diese High-Tech-Schmiede käme aus den Kaffeemaschinen von Starbucks möglicherweise nur lauwarmer Kaffee und Panoramakameras auf Schweizer Bergspitzen würden keine scharfen Rundumbilder ins Internet stellen.

«Unsere digitalen Steuerungslösungen sind meist unsichtbar. Aber für das Funktionieren moderner Maschinen sind sie unverzichtbar.» So erklärt Urs Dätwyler, CEO der Computechnic AG, was die Ostschweizer Firma macht und ausmacht. Über 40 Mitarbeitende produzieren jährlich Tausende elektronische Steuerplatinen, die in Kaffeemaschinen der Schweizer Firma Thermoplan verbaut werden und weltweit – beispielsweise bei Starbucks – für perfekten Kaffee sorgen.

Daneben designt, konfektioniert und programmiert Computechnic aber auch komplette Schaltschränke, die schon mal die Grösse einer Wohnwand haben können. Diese steuern dann komplette Produktionsprozesse und sorgen beispielsweise dafür, dass die Getränke-Six-Packs einen praktischen Tragehenkel haben.

Arbeitsplatzerhalt statt schnellem Geld
Dass Mitarbeitende ihre Firma kaufen, hat bei Computechnic Tradition. Die bisherige Führungscrew hat die Firma nämlich auch vor 25 Jahren mittels eines Management Buy Out übernommen. Doch nun ist es Zeit für die nächste Generation. «Ein Verkauf der Firma an den Meistbietenden kam für uns nie in Frage. Denn es ging uns immer darum, sowohl die Arbeitsplätze als auch die Firmenkultur zu erhalten», erklärt CEO Dätwyler. «Dies lässt sich am besten sicherstellen, wenn die nächste Generation der Computechnic-Mitarbeitenden die Firma übernimmt.»

Urs Dätwyler, bisheriger CEO
«Mit diesem Mitarbeiter Buy Out stellen wir nicht nur die wirtschaftliche Zukunft der Computechnic AG sicher, sondern können auch Arbeitsplätze und -kultur in unserem klassischen Ostschweizer KMU erhalten.»

Aus dem Plan wurde eine «firmenfamiliäre» Übernahme. So steigt der jahrelange Mitarbeiter Sandro Hobi in die Fussstapfen seines Vaters und löst ihn in der Geschäftsleitung ab. Eine wahre Bilderbuchkarriere hat der neue Miteigentümer Stefan Mettler vorzuweisen: Vor 25 Jahren hat er als Lehrling bei Computechnic begonnen und wird nun neuer Co-CEO. Der Weg vom Elektroniker-Lehrling zum Geschäftsführer hat aber auch viel Weiterbildung, beispielsweise einen MBA, verlangt. Obwohl sich die Schweizer Industrie in einer schwierigen Phase befindet, ist Stefan Mettler von den Stärken der Computechnic AG überzeugt: «Ich kenne das Unternehmen von der Pieke auf und vertraue auf unsere Stärken. Dank unserem Know-How, unseren Kunden und den motivierten Mitarbeitenden weiss ich, dass wir auch in Zukunft erfolgreich sein werden.»

Elio Archidiacono, Marco Buob und Matthias Stieger vervollständigen das Quintett der neuen Besitzer und Führungscrew. Auch sie sind schon seit vielen Jahren im Unternehmen angestellt.

Martin Zünd, Senior Hardware Design Eng., Daniel Hobi, Sales & Innovation und Urs Dätwyler, Co-Geschäftsleiter, GL haben die Computechnic AG im Juni an die Mitarbeitenden Stefan Mettler, Co-Geschäftsleiter, Partner, Matthias Stieger, Software-Engineer, Partner, Sandro Hobi, Entwicklungsleiter, Partner, Marco Buob, Software Engineer, Partner, Elio Archidiacono, Produktionsleiter, Partner (v.l.n.r. mit Funktionsangabe nach Übergabe) übergeben.
Stefan Mettler, neuer CEO Computechnic AG
«Dass wir als Mitarbeitende die Computechnic AG übernommen haben, zeigt, dass wir an die Mitarbeitenden, das Unternehmen und seine Konkurrenzfähigkeit im Markt glauben. Die Leitungsaufgaben bedingen aber auch Vertrauen in unsere persönlichen Fähigkeiten und die Entwicklungsmöglichkeiten.»

Dieser reibungslose und sozialverträgliche Führungswechsel stellt für die Mitarbeitenden sicher, dass Arbeitsplätze und Firmenkultur erhalten bleiben. Die Kunden der Goldacher High-Tech-Schmiede profitieren andererseits von Kontinuität und bekannten Ansprechpartnern.

Gemeinsam weiterentwickeln
Die Computechnic AG verkauft ihren Kunden nicht nur Lösungen, sondern entwickelt sie gemeinsam mit diesen weiter. Ein Beispiel dafür ist die Firma Seitz Phototechnik AG. Deren «Roundshot»-Panoramakameras finden sich weltweit an hunderten von Aussichtspunkten. Seit über 30 Jahren arbeiten die beiden Firmen zusammen und verbessern und ergänzen die Lösung fortwährend. Was Roundshot kann, zeigt im Internet beispielsweise der Rundumblick vom Säntis.

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