Der Autobahnanschluss und die Kantonsstrasse zum See sind Schlüsselprojekte im regionalen Masterplan. Dieser zeichnet ein Zukunftsbild, wie sich Goldach, Rorschach und Rorschacherberg zusammen im gemeindeübergreifenden, funktionalen Raum weiterentwickeln können. Ziel ist es, die Lebensqualität und Standortattraktivität für Unternehmen zu verbessern.

Basis bildet ein regionales Gesamtverkehrskonzept, welches den motorisierten Individualverkehr, den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr abdeckt. Parallel zu den Schlüsselprojekten entwickelten die beteiligten Gemeinden Begleitmassnahmen, um die Wirkung zu steigern.

Alle lokalen Projekte sind bereits auf das regionale Verkehrskonzept abgestimmt.
Der Masterplan zum Autobahnanschluss verfolgt verschiedene Zielsetzungen, welche durch vielfältige Massnahmen umgesetzt werden.
Ziel 1: Verkehr entflechten
Nebeneinander statt gegeneinander: Die Entflechtung des Verkehrs hat zum Ziel, separate und sichere Wegführungen für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrende zu schaffen. Gleichzeitig sollen der öffentliche Verkehr und der Autoverkehr bestmöglich fliessen. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen: Wo der Verkehr entflochten ist, steigt die Lebensqualität für alle.

Ziel 2: Stadtlücke schliessen
Raumplanung hört nicht an den Gemeindegrenzen auf. Mit einer regionalen Konzeption des Verkehrssystems und einer gemeinsamen Siedlungsentwicklung an den Schnittstellen schaffen die Gemeinden nachhaltige Lösungen für nächste Generationen. Dabei spielen Frei- und Erholungsräume eine wichtige Rolle.

Ziel 3: Arbeitsplätze sichern
Die Gewerbeflächen im Bereich Industrie-/Blumenfeldstrasse sollen siedlungsverträglich erneuert werden. Dort finden sowohl neue wie auch bestehende Betriebe, die an ihrem aktuellen Standort über keine Entwicklungsmöglichkeit mehr verfügen, neuen Raum. Sie profitieren vom neuen Stadtanschluss an die Autobahn.

Ziel 4: Zentren beleben
Der motorisierte Verkehr soll weitgehend an den Rand des Siedlungsraumes verlegt werden, um so die Zentren von Rorschach und Goldach zu Orten der Begegnung zu entwickeln. Der geplante Autobahnanschluss Witen reduziert die Verkehrsbelastung in grossen Teilen des Siedlungsgebiets und eröffnet weitere Entwicklungspotenziale.


Gemeinsame Finanzierung
Die Finanzierung der Investitionen in die Infrastruktur für eine nachhaltige Entwicklung der Region am See erfolgt gemeinsam durch die Gemeinden, den Kanton und den Bund. Der Kantonsrat entscheidet im Jahr 2025 ihm Rahmen der Projektgenehmigung über den Kredit für die „Kantonsstrasse zum See“. Der Kantonsanteil beträgt nach Abzug der Gemeindeanteile von rund 8,9 Mio. Franken noch 197,7 Mio. Franken. Über das Agglomerationsprogramm der 3. Generation ist zusätzlich mit Bundesbeiträgen in der Höhe von 26,3 Mio. Franken zu rechnen. Der Kantonsratsbeschluss untersteht dem fakultativen Finanzreferendum.
Zeitplan
Das Projekt hat bereits eine 16-jährige Geschichte. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinden Rorschach und Goldach erteilten ihm vor fünf Jahren an der Urne die Zustimmung. Der Kantonsrat setzt mit der Genehmigung des Baukredits den nächsten, wichtigen Meilenstein.
- 2008: Absichtserklärung des Kantons für ein regionales Gesamtverkehrskonzept
- 2013: Präsentation des Gesamtverkehrskonzepts „Mobil am See“
- 2016: Präsentation und Mitwirkung zum Masterplan
- 2019: Urnenabstimmung in Goldach und Rorschach
- 2023: Ja des Bundesrates zum Autobahnanschluss Witen
- 2025: Genehmigung der Kantonsstrasse zum See durch den Kantonsrat
- 2026: möglicher Zeitpunkt für die öffentliche Auflage
- 2027: Einspracheverhandlungen
- 2029: mögliche Rechtskraft der Kantonsstrasse zum See
- 2032: möglicher Abschluss der Landverhandlungen
- 2033: frühester Baustart (Bauzeit 4 – 5 Jahre)
- 2038: frühester Termin für die Inbetriebnahme