

Seit Anfang Jahr arbeiten die Gemeinden Goldach und Rorschach am Projekt für eine verstärkte Zusammenarbeit. Sie tun dies anhand einer umfassenden Auslegeordnung. Die Projektleitung obliegt Peter Baumberger. Als ehemaliger Gemeindepräsident sowie CEO und Verwaltungsratspräsident in der Privatwirtschaft bringt er dafür beste Voraussetzungen mit.
Die Projektarbeit erfolgt in verschiedenen Fachgruppen. Diese befassen sich in einer ersten Phase mit folgenden Bereichen:
- Steuern
- Soziales
- Baupolizei und Feuerschutz
- Liegenschaften und Parkierung
- Werkhof / Stadtgärtnerei / Tiefbau
- Sicherheit
- Lehrlingswesen
Es zeigte sich schnell, dass eine verstärkte Zusammenarbeit grosses Potenzial bietet. Dabei liegt der Fokus nicht einzig auf finanziellen Sparmöglichkeiten, beispielsweise durch gemeinsame Beschaffungen oder die Nutzung von Synergien. Es geht auch um die Qualität der erbrachten Dienstleistungen sowie um die Optimierung der Strukturen, um die Stellvertretungen nachhaltig zu gewährleisten, Perspektiven innerhalb des Betriebs zu bieten und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Räte von Goldach und Rorschach sind überzeugt, dass in Zukunft nicht mehr jede Gemeinde eine Vielzahl von Abteilungen für sich alleine führt. Sie sehen die Lösung in regionalen Kompetenzzentren, in denen personelle Ressourcen und Fachwissen gebündelt werden. Die enge regionale Abgrenzung verhindert, dass ein zu grosses Gebilde entsteht, welches hohe Overheadkosten und zusätzliche Bürokratie verursacht. Die umfassende Auslegeordnung stellt überdies sicher, dass die bestehende Rauminfrastruktur in den Rathäusern optimal genutzt wird.
Organisation in eigenständiger Trägerschaft
Die koordinierte Projektbearbeitung zeigte aber auch auf, dass sich eine zukunftsträchtige, breite Zusammenarbeit nicht weiter mit einzelnen Verwaltungsvereinbarungen lösen lässt. Diese weisen die Verantwortung für einzelne Fachbereiche je einer Gemeinde zu, welche dann auch für die Nachbargemeinde handelt. Die abgebende Gemeinde verliert für den betreffenden Bereich grösstenteils ihr Mitspracherecht. Auf diese Weise sind aktuell das regionale Zivilstandsamt, das Betreibungsamt Region Rorschach und das Grundbuchamt Rorschacherberg-Rorschach organisiert.
Die Räte von Goldach und Rorschach streben für die zukünftige, breite Kooperation eine gemeinsame, öffentlich-rechtliche Trägerschaft für die regionalen Kompetenzzentren an. Damit tragen die Gemeinden die Verantwortung gemeinsam und können weiterhin mitbestimmen. Eine solche Organisation kann bei Bedarf weitere Gemeinden aufnehmen. Für einzelne Bereiche ist aber auch der Abschluss eines Dienstleistungsvertrags möglich.
Die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft bedarf der Zustimmung durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger beider Gemeinden. Die Räte von Goldach und Rorschach werden nun die detaillierten Grundlagen erarbeiten und regelmässig über die Zwischenresultate informieren.