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Schulsozialarbeit in Goldach hat sich etabliert

Im Wellenbrecher Nr. 147 haben wir berichtet, dass die vakanten Stellen im Bereich der Schulsozialarbeit mit Manuela Ruggle und Michael Braun optimal besetzt werden konnten. Anja Wälchli, welche aktuell im Mutterschaftsurlaub weilt, komplettiert das Team ab dem kommenden Mai. Manuela Ruggle und Michael Braun berichten über ihre Erfahrung der ersten Monate in Goldach.

Manuela Ruggle, wie haben Sie die ersten Monate in Goldach erlebt?

In den ersten Monaten ging es erstmal ums Kennenlernen aller Lehrpersonen und Schulhäuser. Gleichzeitig wurde unser Angebot kurz nach den Sommerferien rege und intensiv genutzt und beansprucht. So blieb uns nur bedingt Zeit, unseren neuen Arbeitsplatz einzurichten und uns einzuleben.

Michael Braun, was sind die Hauptaufgaben der Schulsozialarbeit in Goldach?

Unsere Kernaufgabe ist die Beratung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern in herausfordernden Lebenssituationen und -umständen, seien dies persönliche Sorgen, Probleme in der Schulklasse oder Schwierigkeiten zu Hause. Wir arbeiten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern an individuellen Zielen und vernetzen sie gegebenenfalls mit den richtigen Fachstellen.

Weiter beraten wir Eltern, Lehrpersonen sowie auch Schulleitungen und unterstützen sie bei Problemen ihrer Kinder oder Schülerinnen und Schülern. In den Klassen führen wir zudem regelmässig Präventionslektionen zu alltagsrelevanten Themen durch.

Manuela Ruggle, was ist der Unterschied zwischen dem Schulpsychologischen Dienst und der Schulsozialarbeit?

Die Schülerinnen und Schüler kennen uns persönlich, da wir durch die Präventionsarbeit, Klassenberatungen und unsere Pausenplatzpräsenz regelmässig ansprechbar und sichtbar sind. Die Schulsozialarbeit zeichnet sich somit durch ihre Niederschwelligkeit und Nähe zur Schule aus. Oftmals sind wir bei Herausforderungen von und mit einzelnen Schülerinnen und Schülern erste Ansprechpartner. Kinder und Jugendliche suchen uns wiederholt persönlich auf, um mit uns persönliche Schwierigkeiten und Anliegen zu besprechen. Wir können somit viele herausfordernde Situationen bereits früh auffangen und diese im gemeinsamen Austausch mit den Kindern, ihren Eltern sowie auch der Schule lösungsorientiert begleiten und beraten. Benötigt es weitere, spezifische Abklärungen wird der Schulpsychologische Dienst involviert. Wir als Schulsozialarbeit dienen somit oftmals auch als Vernetzungspartner zwischen den involvierten Personen.

Michael Braun, sind Sie auch in den Schulpausen präsent? Wenn ja, mit welchem Ziel?

Uns ist es sehr wichtig, in den Pausen für die Kinder und Lehrpersonen sichtbar und präsent zu sein. Die Beziehungsarbeit zu den Schülerinnen und Schülern ist für unsere Tätigkeit von zentraler Bedeutung. Für eine Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit braucht es von Seiten der Kinder erstmals ein Grundvertrauen uns gegenüber. Die Schulpausen eignen sich besonders gut, um ungezwungen und niederschwellig mit den Kindern in Kontakt zu kommen.

Michael Braun, wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Wenn ich morgens in mein Büro komme, verschaffe ich mir als erstes einen Überblick über meine Termine, danach bearbeite ich die Mails und Anfragen. Danach folgen Einzel- oder Klassenberatungen oder ich führe eine Präventionslektion in einer Klasse, beispielsweise zum Thema Emotionen durch. Während den Schulpausen bin ich auf dem Pausenplatz oder im Lehrpersonenzimmer anzutreffen. Nachmittags folgen bspw. telefonische Beratungen und weitere Beratungsgespräche, sei dies mit Eltern, Schülerinnen und Schülern oder Lehrpersonen.

Manuela Ruggle und Michael Braun: Wie teilen Sie sich die Arbeit untereinander auf?

Grundsätzlich sind wir beide für alle Klassenstufen und Schulhäuser zuständig. Je nach Kapazität oder Thematik werden die Fälle untereinander aufgeteilt. Zudem sind wir in einem regelmässigen und engen Austausch untereinander.

Manuela Ruggle, wie läuft im Regelfall die Kontaktaufnahme ab?

Die Kontaktaufnahme verläuft sehr unterschiedlich und individuell. Oftmals rufen uns hilfesuchende Eltern an und vereinbaren ein erstes persönliches Treffen. Viele Kontaktaufnahmen geschehen auch über die zuständigen Lehrpersonen oder Schulleitungen. Etwas ältere Kinder oder Jugendliche kommen vermehrt persönlich zu uns ins Büro, um ein Anliegen mit uns zu besprechen oder ein Erstgespräch mit uns zu vereinbaren.

Manuela Ruggle, wie viele Kinder und Jugendliche nutzen das Angebot der Schulsozialarbeit?

Aktuell haben wir ca. 35 Kinder und Jugendliche, welche regelmässig Einzelberatungen in Anspruch nehmen. Dazu kommen noch zwei bis drei Schulklassen, welche wir über einen längeren Zeitraum beraten und mit den Klassen und Lehrpersonen während einzelnen Schullektionen zusammenarbeiten.

Michael Braun, gibt es etwas, was Sie künftig im SSA-Bereich verändern möchten in Goldach? Was ist Ihre Vision?

Unsere Präventionsarbeit beschränkt sich zurzeit leider noch auf die Primarstufe. In Zukunft wünschen wir uns, auch in der Oberstufe regelmässig Präventionen zu aktuellen Themen wie Finanzen, Sucht, Identität und Sexualität, etc. anbieten zu können. Unsere Vision ist es, frühzeitig und präventiv Herausforderungen in allen Klassenstufen zu erkennen und anzusprechen. Je früher wir Schülerinnen und Schülern in ihren Fragen oder Nöten unterstützen können, umso gestärkter können sie zukünftige Herausforderungen erfolgreich meistern. Zusätzlich wünschen wir uns durch die alltagsrelevante und regelmässige Präventionsarbeit, grössere Problematiken zu verhindern oder diese rechtzeitig abzuwenden.

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