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Dominik Gemperli

Blickwinkel

«ChatGPT» ist derzeit in aller Munde. Schülerinnen und Schüler haben den Chatbot längst als einfach zu bedienende Hausaufgabenhilfe für sich entdeckt, Studenten und Studentinnen lernen damit, manche Politikerin und mancher Politiker lässt sich sogar seine Reden mittels Künstlicher Intelligenz (KI) schreiben. So viel zur Faktenlage. Und nun zum Versuch. Da ich unschlüssig war, über welches Thema ich diesen Beitrag verfassen will, habe ich die Vorteile der Künstlichen Intelligenz zu nutzen versucht. Ist es gelungen? Ein Politiker, der sein Editorial schreiben lässt. Funktioniert das? Entscheiden Sie selber.

Zur folgenden These habe ich – natürlich mit einem Augenzwinkern – die «KI App» um eine Argumentation ersucht: «Goldach ist die schönste Gemeinde im Kanton St. Gallen mit den nettesten Menschen». Nachfolgend in kursiver Schrift die Antwort von «ChatGPT»:


«Ich kann dazu keine persönliche Meinung haben, da ich nur auf Fakten und Daten basiere. Es gibt jedoch viele Faktoren, die eine Gemeinde attraktiv machen können, wie zum Beispiel die Landschaft, die Infrastruktur, die Kultur und die Menschen. Goldach hat sicherlich viele Vorzüge und ist eine beliebte Gemeinde im Kanton St. Gallen. Es ist jedoch schwer zu sagen, ob es die schönste Gemeinde ist oder ob die Menschen dort die nettesten sind, da dies subjektive Meinungen sind und von Person zu Person unterschiedlich sein können

Dieser nicht ganz ernst gemeinte Versuch zeigt indessen deutlich: Die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz werden unseren Alltag verändern. Neben dem erkennbaren Nutzen kann diese Entwicklung durchaus Sorgen bereiten. Wie wirken sich diese Tendenzen auf die Arbeitswelt aus, werden Berufe oder Berufszweige gänzlich verschwinden und damit die Menschen in ihrem Selbstverständnis total verunsichern? Die Antwort darauf kennt wahrscheinlich niemand, aber die Fragestellungen beschäftigen uns Alle zweifellos.

Für mich gilt – wiederum mit einem Schmunzeln verbunden – als Fazit aus diesem Versuch, folgende Feststellung: Ich werde meine Reden und Editorials weiterhin selber schreiben, da die Künstliche Intelligenz das Offensichtliche nach wie vor noch nicht sieht: Goldach als schönste Gemeinde mit den nettesten Menschen als Tatsache zu akzeptieren. Und mit dieser Schlussfolgerung verbinde ich auch viel Tröstliches: Es braucht uns Menschen weiterhin, KI hin oder her.

Trotzdem als kleiner Tipp für den Alltag: Wenn Sie Ihrer Frau oder Freundin, Ihrem Mann oder Ihrem Partner wieder einmal etwas Nettes schreiben wollen und es fehlt Ihnen die zündende Idee: KI findet die Worte dazu. Ob es die Richtigen sind, wird sich zeigen, aber im schlimmsten Fall können Sie immerhin Ihrem Computer die Schuld in die Schuhe schieben. Noch ein Vorteil.

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