Ein besonders kritischer Abschnitt ist die Goldacherstrasse, die Goldach mit Untereggen verbindet und durch das Brandholz führt. Auf der Westseite dieser Strasse verhindert eine rund 400 Meter lange Amphibiensperre, dass die Tiere auf die Fahrbahn gelangen. Ohne diese Schutzmassnahme würden die meisten Amphibien bei dem heutigen Verkehr schlichtweg überfahren werden. Entlang des Plastikzauns sind mehr als 40 Röhren eingegraben. Die Lurche folgen nachts dem Zaun, fallen in diese Röhren und werden so eingefangen. Ein engagiertes Team von Freiwilligen teilt sich die Kontrollgänge und sammelt jeden Morgen die wartenden Tiere ein. Jedes Tier wird dabei nach Art und Geschlecht bestimmt und genau notiert.
Lehrpersonen werden via Flyer ermuntert, gemeinsam mit ihren Klassen beim Einsammeln mitzuhelfen. Interessierte melden sich bei den Verantwortlichen und am vereinbarten Treffpunkt erhalten die Kinder spannende Infos über den Lebensraum, die Gewohnheiten und die Schutzbedürftigkeit der Amphibien. Sie lernen, wie man die Tiere richtig bestimmt und wie sorgfältig alles dokumentiert werden muss.
Nach einer Nacht mit milden Temperaturen und Regen ist der Andrang besonders gross, denn genau dann sind die Tiere am aktivsten. Für uns mag dieses Wetter unangenehm sein, für die Lurche ist es perfekt. Kübelweise tragen die Kinder die Amphibien zum Weiher, wo sie endlich in ihr Laichgewässer entlassen werden. Oft fällt es den Mädchen und Buben schwer, sich von ihren inzwischen liebgewonnenen und längst nicht mehr als eklig empfundenen Tieren zu trennen. So lernen sie, auch in Zukunft achtsam und rücksichtsvoll mit den wehrlosen Tieren umzugehen und sie zu schützen, wo immer es möglich ist.


Die Sperre an der Untereggerstrasse gilt als die europaweit am besten dokumentierte Amphibienzugstrecke. Im Frühling 2025 zeigte sich leider ein trauriges Bild: Noch nie zuvor wurden so wenige Tiere eingesammelt. Die Ursachen dafür sind schwer zu benennen. Sicher ist jedoch, dass der Verlust von Lebensräumen und die immer schlechteren Umweltbedingungen den Molchen, Kröten und Fröschen stark zusetzen. Hoffen wir, dass wir es schaffen, die Entwicklung rechtzeitig zu stoppen und den Trend umzukehren, bevor es zu spät ist.

Freiwillige Helfer gesucht! Wir suchen motivierte Leute, die bereit sind im bestehenden tatkräftigen Team mitzumachen. Melden Sie sich bei BirdLife Goldach, birdlifegoldach@gmx.ch
Wir freuen uns auf Sie!