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“Wäh, das isch grusig…”

...sagt ein Kindergartenkind und zeigt auf die vielen Zigarettenstummel, die auf der Wiese liegen. «Wieso lönd d'Lüt das ligge?» Kinder können oft nicht verstehen, warum die grossen Leute ihren Abfall einfach liegenlassen. Dabei lernen schon kleine Kinder, die Sachen in den Kübel zu werfen. Littering, ein Problem auf vielen Schulhöfen und Kindergarten-Aussenanlagen, auch in Goldach.

Es wird wieder wärmer. Die Menschen gehen nach draussen. Leider hinterlassen viele ihre Spuren auf Spielplätzen, Schulhöfen oder Kindergärten. Domenika Kuster, Lehrperson im Kindergarten Haini-Rennhas erlebt dies so: «Nach den Wochenenden hat es oft viel Abfall hier. Da findet man Zigaretten, Dosen aller Art, sogar Joints, Pet, Pizza- Kartons usw. Besonders unerfreulich ist es, wenn man Erbrochenes vorfindet. Einmal wurde auch der Kübel abmontiert und aufs Dach geworfen. Des Öfteren sind wir am Montag in der Pause mit Abfall einsammeln beschäftigt.»

Die Situation in den anderen Kindergärten ist unterschiedlich. An vielen Orten ist es recht ruhig und sauber, an anderen Orten kann es nach den Wochenenden auch prekär aussehen. «Manchmal hilft es, wenn man Leute, die sich auf der Anlage befinden, direkt anspricht und sie bittet, den Abfall wegzuräumen. Viele machen dies dann sofort. Andere sind hingegen weniger einsichtig.» erzählt eine Lehrperson.

Auch bei der Aula der Oberstufe hat es viele Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Hier wird die Littering- Situation auch als teilweise gravierend erlebt. An den Montagen muss mindestens eine Stunde einberechnet werden, um den Abfall vom Wochenende wegzuräumen und den Pausenplatz zu reinigen.

Auch für Marcel Langenegger, Hauswart im Schulkreis Zentrum, ist das Littering ein immer wiederkehrendes Thema. Er erzählt: «Nach einem schönen, warmen Wochenende kann es schon sein, dass ein 110-Liter-Sack mit Müll gefüllt wird. Wobei sich die Verschmutzung nicht nur auf das Wochenende beschränkt und die Menge je nach Jahreszeit und Witterung variiert. Der Abfall besteht grösstenteils aus Zigarettenstummeln, Getränkedosen oder Getränkeflaschen, Essensverpackungen für Chips, Fastfood usw. Aber am Mühsamsten sind zerbrochene Glasflaschen, da es schwierig ist, alle Scherben einzusammeln.»

Das Liegenlassen von Müll ist also nicht nur eine unappetitliche Sache, sondern verursacht auch viel zusätzliche Arbeit und Kosten. Vielleicht sagt es auch etwas über den Zustand einer Gesellschaft aus, die lieber konsumieren und geniessen und wenig Verantwortung übernehmen will.

Littering ist ein Thema, das uns alle angeht. Und es braucht auch alle, um das Problem in den Griff zu bekommen: Eltern, die Vorbilder sind, Kinder, die sich gegenseitig an die Regeln erinnern, Erwachsene, die Zivilcourage beweisen und auf Missstände hinweisen und Jugendliche, die zeigen, dass man auch cool ist, wenn man die Abfälle in den Kübel wirft.

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