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Andreas Weh

Zuhören und an einem Strang ziehen: Der neue Schulpräsident Andreas Weh

Andreas Weh ist neuer Schulpräsident. Der 52-Jährige über seinen Hintergrund, seine künftige Aufgabe und wieso sein neuer Titel für ihn nicht entscheidend ist.

Die Zügelkartons sind noch nicht gepackt. Noch wohnen Andreas Weh und seine Partnerin in Frasnacht. Sie sind auf Wohnungssuche in Goldach. Gar nicht so einfach. Denn die Gemeinde ist als Wohnort beliebt – nicht nur aufgrund des Steuerfusses. Auch die Schule ist ein wichtiger Standortfaktor. Dieser wird Andreas Weh ab dem 1. Juli als Präsident vorstehen. Die Stimmberechtigten haben den 52-Jährigen im März 2023 als neuen Schulpräsidenten gewählt. Er ging für die FDP ins Rennen um die Nachfolge von Rolf Deubelbeiss, als einziger Kandidat. Das absolute Mehr übertraf er deutlich. Der Umzug nach Goldach ist nun Pflicht, für den in Arbon aufgewachsenen Seebuben mit Segelschein aber kein Problem: «Ich fühle mich in dieser Region überall zu Hause.»

Ein Bildungsprofi mit Erfahrung

Andreas Weh bringt einen grossen Erfahrungsschatz im Bereich Bildung mit – auf mehreren Stufen. Er ist ausgebildeter Primarlehrer, arbeitete nach einem weiteren Studium als Berufsfachschullehrer, in der Weiterbildung, als Abteilungsleiter und schliesslich als Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrums für Gesundheits- und Sozialberufe in St. Gallen. Er hat Ausbildungen in den Bereichen Schulleitung und Bildungsmanagement und einen Master of Arts in Schulentwicklung. 2021 entschied er sich für einen neuen Fokus im Bereich der digitalen Transformation und gründete mit Partnern eine GmbH für digitale Lern-Management-Systeme. In diesem Zusammenhang war er auch innerhalb der IT-Bildungsoffensive des Kantons St. Gallen tätig: Er arbeitete in der Entwicklung der Weiterbildungsplattform «aprendo» für alle Lehrpersonen im Kanton St. Gallen mit.

Diese Prozesse haben ihm gezeigt, wie aktuell Themen wie Digitalisierung auch in der Volksschule sind. Es geht um die Frage, wie Unterricht unter der Bedingung der Digitalität gelingen kann.  «Die strategische Führung in diesem Bereich ist nicht einfach, und deshalb faszinierend.» Das reizt ihn. Ihm geht’s um die Sache. Die Schule Goldach habe eine ausgezeichnete Ausgangslage: eine gute Abdeckung durch die Schulkreise, ein inspirierendes Umfeld und eine erfolgreiche Musikschule. «Was dort an Projekten wie zum Beispiel Musicals entsteht, ist gigantisch», sagt Andreas Weh. Diese Schule als Ganzes weiterzuentwickeln, sei eine «spannende Aufgabe».

Lehrpersonen entlasten und unterstützen

Während der Lehrpersonenmangel in der ganzen Schweiz akut ist, hat Goldach mit Ausnahme der neuen Schulleitung für die Oberstufe alle Stellen aufs neue Schuljahr besetzen können. «Schule und Gemeinde haben hier einen super Job gemacht», sagt Andreas Weh. Die Zufriedenheit der Lehrpersonen sei zentral. «Bevor man über irgendwelche strategischen Weiterentwicklungen nachdenken kann, müssen wir sicherstellen, dass wir qualifiziertes Lehrpersonal haben, das sich in einem guten Team wohl fühlt.» Nur so könne guter Unterricht garantiert werden – und dieser stehe im Zentrum. Was will er dafür tun? «Zuallererst einmal: Zuhören.» Im ersten Schritt gehe es darum, zu verstehen, was Lehrpersonen, Schulleitungen und die weiteren Mitarbeitenden für Rahmenbedingungen und Ressourcen benötigen, damit sie sich voll auf den Unterricht und die weiteren Arbeiten konzentrieren können. Gemeinsam mit der Bildungskommission will er diese Grundlagen für die Zukunft weiterentwickeln.

Integration und Zusammenarbeit als Schlüssel

Als Schulpräsident ist Andreas Weh Mitglied des Gemeinderats, wirkt also auch in anderen Themen mit. Neben der Bildung ist ihm die Integration von Jung und Alt ein grosses Anliegen. «Denn diese Bereiche fliessen ineinander.» Erfolgreiche Integration sei der Schlüssel für ein gesellschaftliches Miteinander, vor allem in der Volksschule, und sie beginne schon vor dem Kindergarten. Dieser Prozess kann nur umgesetzt werden, wenn die ganze Gemeinde an einem Strang zieht.

Hierbei spiele auch das Zusammenspiel über die Gemeindegrenzen hinaus eine wichtige Rolle, sagt er, und erwähnt als Musterbeispiel die regionale Zusammenarbeit für die Beschulung von Ukraine-Flüchtenden von Rorschach, Goldach, Rorschacherberg und Thal. «Diese Zusammenarbeit ist hervorragend. Wo Synergien sinnvoll genutzt werden können, sollten wir das tun.»

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