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Schüsselübergabe Werkhof Geser-Brunner
Schlüsselübergabe von Hansruedi Geser an Ueli Brunner

Im Einsatz für eine lebenswerte Gemeinde

25 Jahre stand Hansruedi Geser im Dienst der Gemeinde. Ende Mai verabschiedete sich der Werkhof-Leiter in die Pension. Sein Nachfolger Ueli Brunner kennt Goldach bestens.

Es gibt nur wenige Leute, die einen Schlüssel zu allen wichtigen Türen der Gemeinde Goldach haben. Hansruedi Geser war einer von ihnen. 25 Jahre leitete er die Geschicke des Werkhofs. Nun hat er sich in die Pension verabschiedet. Am 31. Mai war sein letzter Arbeitstag, die letzte Runde mit dem Arbeitsfahrzeug, und natürlich – Schlüsselabgabe.

Veränderungen im und ausserhalb des Büros
Als Hansruedi Geser seine Stelle gegen Ende 1999 antrat, war vieles anders. Die Digitalisierung noch in weiter Ferne, stellte man ihm einen für heutige Verhältnisse riesigen Computer auf den Tisch und liess ihn einfach mal machen. «Da war lediglich Windows95 drauf», erinnert sich Hansruedi Geser zurück und lacht. Heute sind digitale Hilfsmittel auch in einer Welt, in der man nicht ständig vor dem Bildschirm sitzt, nicht mehr wegzudenken. Sie helfen bei der Planung von Einsätzen und der Übersicht. So sind beispielsweise ca. 800 Bäume auf dem Gemeindegebiet in einem Kataster erfasst. Auch ausserhalb des Büros hat sich einiges verändert. «Früher mussten Blumenbeete geschniegelt und gestriegelt aussehen», sagt der Werkhofmeister. Heute setze man vermehrt auf Biodiversität, auf dem Friedhof blühen Gänseblumen und Mohn statt Rosen. Hansruedi Geser hat sich in diesem Bereich weiterbilden lassen und war nach dem ersten Kurs sofort begeistert von der Rückbesinnung auf die Natur. Seither hat er die Gemeinde nicht nur mit Wildblumen verschönert, auf dem Friedhof steht auf Initiative eines Mitarbeiters sogar ein Bienenhotel. Weitere Herzensprojekte der vergangenen Jahre waren die Spielplätze, zuletzt jener beim Rosenacker-Schulhaus und jener in der Badi. Beim Badi-Spielplatz kamen die Verantwortlichen auf ihn zu und baten ihn, seine Ideen für Geräte und Gestaltung einzubringen und umzusetzen. «Das war einfach lässig.»

Wo früher Rosen gepflanzt wurden wird heute wert auf Biodiversität gelegt. So wurde auf Initiative eines Mitarbeiters ein Bienenhotel auf dem Friedhof platziert.

Lange Arbeitstage und Nachtschichten
So schön diese Seiten des Jobs sind, so kräfteraubend können andere Seiten sein. Beim Jahrhunderthochwasser der Goldach im September 2002 stand Hansruedi Geser im Dauereinsatz. Mehrere Gebäude beim Dammweg und vor allem im Rietli standen unter Wasser und im tiefen Schlamm. Der Strom war weg, die Schäden waren gross. Kleinere Einsätze kannte Hansruedi Geser aus der Feuerwehr, bei der Bewältigung der Hochwasserschäden konnte er auf sein Netzwerk zählen. «Man muss flexibel sein und gemeinsam Lösungen suchen.» Auch der Winterdienst fordert das Werkhofteam immer wieder. Wenn der Winter grössere Schneemassen brachte, legten er und sein Team Nachtschichten ein. Mit Pflügen schoben sie den Schnee von den Trottoirs auf die Strasse, von dort wurde er mit an Zellers Traktoren befestigten Schneefräsen auf Lastwagen der WALO AG (Gerschwiler AG) befördert und auf dem Parkplatz Rietli aufgetürmt.

Ein Ur-Goldacher übernimmt
Das war eines der Male, bei denen Hansruedi Geser bereits mit seinem heutigen Nachfolger zusammenarbeitete: Ueli Brunner hat die Leitung des Werkhofs übernommen, zuvor war er im Bereich Bauleitung für die WALO AG (Gerschwiler AG) tätig. In dieser Rolle hat er schon in mehreren Projekten mit der Gemeinde zusammengearbeitet. Als dabei die Werkhof-Nachfolge angesprochen wurde, hat für ihn alles gestimmt. «Für mich ist es eine neue Herausforderung, bei der ich mich für die Gemeinde engagieren kann.» Ueli Brunner ist in Goldach aufgewachsen. «Seiner» Gemeinde etwas zurückzugeben, hat ihn am Stellenwechsel gereizt.

Egal ob Winterdienst, Blumenpflege oder Spielplatz-Unterhalt: Alles, was der Werkhof leistet, leistet er für die Einwohnerinnen und Einwohner, für eine lebenswerte Gemeinde. «Das ist eine wahnsinnig schöne Arbeit, die wir auch für unsere Nachkommen erledigen», sagt Hansruedi Geser, der mittlerweile sechsfacher Grossvater ist. Für Ausflüge mit der Familie hat er künftig mehr Zeit. Deshalb verlässt er den Werkhof mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Er hat die Vielseitigkeit der Aufgaben und die Freiheiten in der Gestaltung immer geschätzt, genauso wie den kurzen Arbeitsweg. «Das ist Lebensqualität.»

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